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Versteckte tierische Produkte in Lebensmitteln

Ich sprach letzte Woche mit meiner Schwester über Vegetarismus, da sie sich nun wieder vegetarisch ernähren möchte. In den letzten Jahren ging es bedingt durch ihre zwei kleinen Racker leider nicht und sie sagt, wie Daniel auch, dass es ihr schwerfalle auf gewisse, leckere Dinge zu verzichten. Dennoch macht sie jetzt diesen Schritt – und ich finde es natürlich super!

Wir sprachen darüber, dass Vegetarier aufpassen müssen keine Mangelerscheinungen zu bekommen, was aber sehr leicht durch passendes Gemüse ausgeglichen werden kann. Eisen kommt besonders in weißen Bohnen vor, Nüsse sind reich an ungesättigten Fettsäuren und enthalten viele Nährstoffe. Linsen sind sehr eiweißhaltig und Brokkoli ist reich an Calcium.

Gut dieser Punkt ist bekannt, viel Gemüse und Obst ist gesund und vegetarisch. Oft wird aber nicht darüber nachgedacht, dass nicht nur Fleisch und Fisch tierische Produkte sind, sondern diese auch in vielen anderen Lebensmitteln zu finden sind. Ich rede noch nicht einmal von Honig oder Milch, worauf ihrerseits Veganer verzichten. Viele Lebensmitteln enthalten allerdings Gelatine, welche nur ein Abfallprodukt ist, aber dennoch aus den Knochen und Haut von Tieren gekocht wird. Die Vorstellung Gelatine zu essen widerstrebt mir und ich lese mir deshalb sehr genau die Inhaltsstoffe auf Lebensmittelverpackungen durch. Denn nicht nur in Gummibärchen (meist bekannt) findet sich Gelatine, sondern auch in Fertigbackmischungen und manchen Joghurts. Leider ist Gelatine recht günstig und deshalb greifen die Hersteller dadrauf zurück.
Wer guckt denn auch schon auf die Verpackung und stört sich an solch einem Abfallprodukt?

Und doch scheint auch bei manchen Firmen der Trend angekommen zu sein, dass es Menschen gibt, die auf ein solches Produkt verzichten möchten. So finden sich bspw. im Handel auf den Katjes Tüten Aufkleber mit “be Veggie” und meine heiß geliebten und ewig nicht konsumierten ‘Tappsy’ sind nun endlich auch vegetarisch. Aber auch Haribo zieht mit, nur ohne Aufkleber – man muss einfach ein bisschen lesen. Ich Naschkatze kenne natürlich meine Lieblinge auswendig.

Aber warum auch nicht auf der Welle mitreiten? Immer mehr Menschen wollen auf tierische Produkte verzichten und kein Tierleid mehr unterstützen und es gibt in der heutigen Zeit ja auch genug Alternativen wie Agar-Agar (aus Algen), Apfelpektin, Guarkern- oder Johannisbrotkernmehl, Maisstärke oder Xanthan.

Dennoch ist Vorsicht geboten. Grade Lebensmitteln, in denen man es nicht erwartet, ist man häufig erschrocken Gelatine zu finden. Im Bresso Käse zum Beispiel wird Gelatine verwendet oder auch der Crème Fraîche (die Cremige) von Dr Oetker ist Gelatine zugesetzt. Außerdem sind die Hersteller nicht verpflichtet das Wort Gelatine auf der Verpackung zu deklarieren. Sie haben auch die Möglichkeit, dies in einer E-Nummer zu verstecken: E 441 steht für Gelatine.

Ein weiteres tierisches Produkt ist der E-Stoff E 120 (auch echtes Karmin genannt). Es ist der rote Farbstoff, der aus den getrockneten, befruchteten Weibchen der Scharlach-Schildläuse durch Extraktion gewonnen wird. Künstlich wird der Farbstoff unter dem Namen Cochenillerot A (E 124 a) vertrieben. Leider ist heutzutage der Farbstoff aus der Laus günstiger als der Künstliche und so verwenden die Hersteller oftmals echtes Karmin. Die bunten Streusel für Kuchenglasuren sind meist aus echtem Karmin, aber es gibt auch vegane Alternativen in Bio-Märkten oder Reformhäusern, wie zum Beispiel von der Marke BIOVEGAN.

Schlussendlich heißt die Devise also: “Wer ließt, ist klar im Vorteil”.

Über Marie

Vollzeit-Veggie seit 2011 mit Hang zum Veganismus

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